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08. Oct. 2015
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08. Nov. 2016
Anti-Establishment

Anti-Establishment

Donald Trump wirkt wie die Persiflage eines republikanischen Politikers früherer Jahrzehnte. Ein Self-made-Milliardär, der aus seiner Frauenfeindlichkeit kein Hehl macht und die Überlegenheit des weißen Mannes (und vor allem: seine eigene) für gottgegeben hält. Es gibt kaum eine Minderheit, die er in diesem Wahlkampf noch nicht beleidigt hat. Und dennoch dominiert er den Vorwahlkampf der Republikaner. Wie macht er das?

Im republikanischen Establishment läuten die Alarmglocken nicht erst seit gestern. Donald Trump führt das Feld der GOP-Kandidaten nun seit rund einem halben Jahr an – und nichts scheint ihn stoppen zu können. Sein direkter Mitbewerber im „Outsider“-Segment, Ben Carson, befindet sich seit den Terroranschlägen in Paris wieder im Sinkflug, da ihm außenpolitisch zu wenig Lösungskompetenz zugeschrieben wird (was für die WählerInnen relevanter geworden ist). Doch Trump, der auch nicht gerade von außenpolitischer Erfahrung gesegnet ist, legte zuletzt in den Umfragen wieder zu. 56 Tage vor der ersten Vorwahl in Iowa liegt er bundesweit nicht weit von seiner bisherigen Höchstmarke entfernt. Und in Iowa, New Hampshire und South Carolina – den ersten drei Bundesstaaten, in denen gewählt wird – prognostizieren ihm die Meinungsforscher gute Chancen auf einen Wahlsieg. Woran liegt das?

Eine Antwort ist relativ simpel: Weite Teile der republikanischen Basis zeichnen sich durch eine sehr strikte Haltung gegenüber illegaler Einwanderung aus – und Donald Trump hat dieses Thema mit seinen markigen Sprüchen und Tweets (mehr oder minder absichtlich) zu einem zentralen Punkt seiner Kampagne gemacht. Die Abschiebung von Einwanderern ohne ordnungsgemäße Papiere sowie der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, der von Mexiko finanziert werden soll, zählen zu den Kernbotschaften seiner Kampagne. Die „Great Trump Wall“ kündigte er bereits bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur an:

„I would build a great wall, and nobody builds walls better than me, believe me, and I’ll build them very inexpensively. I will build a great, great wall on our southern border. And I will have Mexico pay for that wall. Mark my words.“

Der Outsider-Kandidat

Neben seiner Inszenierung als unbestechlicher Politik-Outsider sind es Forderungen wie diese, mit denen Trump punktet. Republikaner denken mehrheitlich, die Abschiebung illegaler Einwanderer würde der Wirtschaft helfen (während Demokraten und Unabhängige mehrheitlich vom Gegenteil überzeugt sind). Doch auch bei anderen Themen, die bei diesen republikanischen Vorwahlen eine bedeutende Rolle einnehmen, wie z. B. der Belebung der Wirtschaft und der Terrorbekämpfung, wird Trump die größte Lösungskompetenz zugeschrieben.

Genauere Analysen zeigen: Trump holt sich einen wesentlichen Teil seines Vorsprungs bei republikanischen WählerInnen mit niedrigerem Bildungsniveau – die er aufgrund seiner Bekanntheit, seiner einfachen Aussagen, seiner unkonventionellen Auftritte und nicht zuletzt seiner harten Positionierung besser als jeder andere Kandidat der GOP anspricht. Das republikanische Etablishment hat hingegen große Probleme, diese Gruppe zu begeistern. In Summe präferieren derzeit zwei von drei GOP-WählerInnen Anti-Establishment-Kandidaten wie Donald Trump, Ben Carson oder Ted Cruz. Das bedeutet auch: Selbst wenn Trump demnächst über seine eigene Hybris stolpern sollte, kann die Parteispitze der GOP noch nicht ruhig schlafen – denn der nächste Outsider wartet bereits darauf, in seine Fußstapfen zu treten.

Wie geht es weiter?

Natürlich muss Trump seinen Höhenflug in den Umfragen noch in echte Wahlerfolge verwandeln – was in caucus states wie Iowa ein echtes Problem für ihn werden kann. Sollte Ted Cruz z. B. in Iowa so deutlich gewinnen, dass er das Siegerimage von Donald Trump nachhaltig beschädigt, dann könnte Cruz mittelfristig zum neuen Liebling des republikanischen Anti-Establishments werden – und sich damit vielleicht sogar die Nominierung sichern. Umgekehrt würde es Cruz schwer treffen, wenn er in Iowa aufgrund der guten Performance von Trump schlecht abschneidet – und ein rasches Ende seiner Kampagne würde Trump weitere WählerInnen zutreiben.

Letztlich könnte entscheidend sein, welches Lager sich zuerst auf einen Kandidaten einigen kann – das moderate Etablishment oder die konservative Basis. Die Tatsache, dass hier alles offen ist, muss wohl als erster Erfolg der Kandidatur von Donald Trump gewertet werden …

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